Neozoon und heimische Art

Tiere, die nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 nach Deutschland kamen, werden als Neozoen bezeichnet. Tiere, die seit mehr als 30 Jahren ohne menschliche Hilfe und in dritter Generation in Deutschland wild leben, sind als heimische Art anerkannt.

Kanadagänse sind vor vielen, vielen Jahren von Menschen in Europa angesiedelt worden. Sie leben seit weit mehr als 30 Jahren in weit mehr als 3 Generationen hier, so dass sie zwar Neozoen sind, aber ebenso eine anerkannte heimische Art.

Ebenfalls zu den gut bekannten "eingebürgerten" Neozoen gehören die schönen weißen Höckerschwäne, die hübsche bunte Mandarinente, die weit verbreitete Stadttaube (Felsentaube), der Fasan, das Kaninchen, der Damhirsch und viele andere Tiere.

1665 wurde die Kanadagans als Bewohner des St. James Park in London erwähnt. Seit mindestens 1928 gab es in Deutschland wildlebende, brütende Kanadagänse. Durch den 2. Weltkrieg sind sie in Deutschland wieder ausgerottet worden und 1954 wurden sie in Hamburg und München wieder angesiedelt.

Im Ruhrgebiet hat man das erste Brutpaar Anfang der 80er Jahre in Mülheim an der Ruhr entdeckt. Viele Menschen in Mülheim an der Ruhr verstehen ihre Kanadagänse daher auch als Wahrzeichen ihrer Stadt. Was die Stadtväter leider nicht davon abhält großzügig die Jagd auf die Kanadagänse zuzulassen - auch über die übliche Schonzeit hinaus werden sie zu hunderten sinnlos getötet. Ringträger gibt es dort schon lange nicht mehr - das Beringungsprogramm konnte in Mülheim leider kaum Früchte tragen.

Quelle/n und weiterführende Informationen:

http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/2141.pdf


Manchmal kann man nur Augen und Kopf verdrehen, wenn Menschen meinen, dass Neozoen eine Gefahr für die heimische Tierwelt sind ... nirgendwo konnte je ein negativer Einfluß von Kanadagänsen auf andere Tiere beobachtet werden!

Schwäne sind auch Gänse
Auch der Schwan gehört zu den Neozoen - und ist ein waschechtes Mitglied der Familie der Gänse.

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